9. Dezember 2008

Ich habe mich auf die Suche nach den Gründen für meine Irland-Faszination gemacht und Jakob in Dublin besucht. Und mir macht kein Japaner mehr was vor: In eigentlich nur zwei Tagen haben wir Dublin, Belfast und den Giant’s Causeway an der Nordküste gesehen und außerdem noch Leopold Bloom verfolgt! (Ich gestehe, daß wir zwei der eben genannten Tagesordnungspunkte verbunden haben. Angeberfrage: Wer findet raus, welche?)

Aber zu allererst: Ja, Irland ist wirklich so geheimnisvoll.

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Ja, und auch so grün.
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Und auch mit so vielen Schafen. Die glücklichen Kerrygold-Kühe verstecken sie aber offenbar anderswo, wir haben nur Schafe mit bunten Stempeln gesehen.

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Darüberhinaus gibt es in Irland Schnee, und sie übertreffen uns Londoner mit ihren ungefähr 1.5cm um präzise 1.5cm. Das Schild in der Mitte ist übrigens Absicht, wer hätte gedacht, daß ausgerechnet dort ein Informatiker arbeitet? Dabei wissen die doch keine Landschaft zu schätzen!

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Der Giant’s Causeway ist eine seltsame Ansammlung hexagonal geformter Steine, die entweder durch Lava entstanden ist oder durch Riesen oder durch eine dritte Sache, die ich bei dem fiesen irischen Akzent des Busfahres nicht mehr verstehen konnte. Oder, um ehrlich zu sein: Die Sache mit den Riesen hat mich eben sehr überzeugt.
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Es ist ganz bemerkenswert, daß wir hier allein drauf sind, weil nämlich ringsum auf jedem Stein ein Tourist stand, wie die Tauben sind die, aber zum Glück nicht so schmutzig. Im Übrigen möchte ich auf meine sehr subtile Strategie zur Selbstvergrößerung hinweisen, da könnte der kleine Tom Cruise mit seinen Plateauschuhen noch was lernen!

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Die Städte sind weniger schön. In Belfast bauen sie aber immerhin unglaublich viele neue Glaskästen und lauter blaues und glitzerndes Zeug, zum Beispiel haben sie hier den Fluß Lagan mal ein bißchen geschmückt:
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Die Iren sind bei weitem nicht so rothaarig, wie ich sie eingeschätzt habe! Außerdem sind sie viel lauter und auch unfreundlicher als die Engländer, und wollen sich so gar nicht in ihr schönes Nationalklischee vom hilfsbereiten, fröhlichen, immerzu fidelnden Rotschopf fügen. Den negativen Teil ihres Klischees, in offiziellen Darstellungen üblicherweise ausgelassen, erfüllen sie aber doch: Bei den Pfützen von Erbrochenem auf den Straßen von Dublin müssen sie unglaublich viel trinken, und wo sonst könnte sich ein Geschäft wie „Booze2Go“ halten?

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Aber auch Belfast ist der Sache wohl noch nicht Herr geworden (hier wende ich ausdrücklich Wissen aus dem Kurs für Römisches Recht an – es gibt kein Verbot, wo es keine Ursache für ein Verbot gibt):
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Aber Weihnachten naht, da dreht man die schäbige Seite zur Wand, und deshalb verschiebe ich den Bloom’s Walk auf später und zeige ein für beide Teile Irlands repräsentatives Beleuchtungsfoto (dafür haben sie Geld!).

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Der Weihnachtsmann ist hier auch schon unterwegs, zu früh für Weihnachten, zu spät für Nikolaus, na ja, in Deutschland ginge das nicht!

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Und zurück lasse ich euch mit dieser unheimlichen Ankündigung. Ich würde mich am 17. lieber in Acht nehmen!

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