An dieser Stelle ist Silvester doch schon allzu kalter Kaffee, daher werde ich alle Pläne über den Haufen werfen und andere Dinge erörtern, die wichtiger sind.
Zum Beispiel kommt man – das hatte ich letztes Mal vergessen – nicht alle Jahre ins Sherlock-Holmes-Museum (hoffentlich auch nicht, das nur am Rande, zu Silvesterveranstaltungen, für die man von 9 bis 12 in Eiseskälte auf die schwarze Themse starrt), obwohl das eigentlich ganz niedlich ist: ein ganzes Haus haben sie eingerichtet (oder nicht renoviert, das kann man hier nie so genau sagen), überall stehen unheimliche Wachspuppen herum (auch mein Krimi-Trauma „Das gefleckte Band“ kam zur vollen Entfaltung), und sie haben eines dieser typisch englischen Beispiele dafür, daß ein Übersichtsplan mit Übersicht nicht viel zu tun haben muß. Außerdem steht in einem der zahlreichen Kaminzimmer (in jeder Etage ist mindestens eins) ein freundlicher Herr, der unseren tiefsten Wunsch sofort durchschaut hat:

Wo ich schon nur den Watson geben konnte (er hat aber auch den schickeren Hut!), muß ich jetzt hier, wenn auch viel viel viel zu spät, mal auftrumpfen: Mitte Januar haben wir die 5cm-Grenze gesprengt, von wegen „das können nur die Kanadier gut“!

Innerhalb von einer Nacht war ganz London lahmgelegt, die Tube-Fahrer haben die Gelegenheit genutzt und blaugemacht (und ich dachte immer, die führen unterirdisch…), und in solchen Fällen ist natürlich Solidarität angesagt, deshalb fuhren die Busse einfach auch nicht, und niemand kam irgendwohin.
Es war zweifellos nur mein Kurs, in dem alle Teilnehmer aufgetaucht sind… Und ich habe gehört, daß die Undergrads vom King’s College Kurse geschwänzt haben, für die sie nur vom Wohnheim aus über die Straße hätten gehen müssen! Bei der Arbeitsmoral wundere ich mich über gar nichts mehr.

An meiner eigenen Arbeitsmoral muß ich aber auch arbeiten, deshalb sollen es heute zwei Beiträge zum Preis von einem werden, mal sehen, wie weit ich mit dem Sortieren komme.