Zum Abschluss noch mal alle italienischen Gemeinheiten zusammen: Wir sind zur Villa Oplontis gefahren, inmitten der dreckigen und mafioesen Gegend “torre anunziata”, wo wir staendig Diesel atmen und bloede Sprueche der ansaessigen Schuljugend ueber uns ergehen lassen mussten. Die Villa Oplontis hat, um etwas Bildung einfliessen zu lassen, vielleicht einmal der Gattin Neros gehoert oder ihrer Familie oder irgend jemandem, und sie befand sich, wie zu erwarten war, in Restauration (Restauration! Wenn ueberhaupt, machen die doch alles kaputt mit ihren bengalischen Geruesten und dem zuegigen Transport von langen Eisenstangen) und war nur teilweise zu besichtigen, was sehr schade ist, wenn man den Worten der Referentin glauben darf.

Sowohl dort als auch am Grab Vergils in Neapel waren die Klos wie immer ziemlich duerftig und beeindruckt hat mich das Grab ja so gar nicht (ich weiss, ich soll nicht Hocker sagen, aber da steht eben in einem Haufen Steine so ein dreibeiniger Hocker mit ein paar Bluemchen drin, was vielleicht die prophetische Begabung Vergils versinnbildlichen soll, aber das versteht man sicher nur als beinharter Fan) und die nebenstehende Grotte war natuerlich zu.

Dann waren lauter hundige und katzige Streuner unterwegs, die allesamt ungepflegt und nicht sehr gluecklich wirkten, und zuletzt schloss sich der Kreis, als wir eine schwangere Katze trafen, die den Artbestand in Neapel auch bis auf weiteres sichern duerfte.

Aber, und das ist eins von diesen “abers”, die das Vorhergesagte aufwiegen, Neapel zeigte sich von einer ganz anderen, beinahe prenzlauer bergigen Seite, da wo die funicolare centrale hinfaehrt.

(Das ist natürlich die Galeria Umberto, die liegt nicht am Ende der Funicolare, sondern an ihrem Anfang)


Sie haben auch einen schoenen Park mit Meerespanorama, und ueberhaupt: ich habe festgestellt, dass ich ein bisschen Farbe bekommen habe, wir baden Ende September im Mittelmeer, ich werde gleich zum x-ten Mal in Folge Pizza essen, ohne dass einer meine Ernaehrung bemaengeln kann, und morgen geht es nach Hause und an sich ist das Leben nicht uebel.

Morgen abend uebrigens: Fotos!
Ich kann ueber Pompeji nicht viel sagen, weil ich tief beeindruckt bin, viel mehr, als ich es erwartet haette. Ich finde es diesmal so viel aufregender als Herculaneum, vielleicht weil wir so frueh da waren und noch nicht die Horden von Touristen eingefallen waren (die erst auf dem Rueckweg) und es einfach so gross ist. Wir werden zum Glueck noch einmal hingehen!






Überall in Pompeji sind praktischerweise diese Führungshunde unterwegs:

Und diese Steine warfen die Frage auf, was alte Römer wohl mit einem modern Spielzeugbausatzsystem anfangen würden:



